January 11, 2013

Auf Nachbarschaftstour – one mile a day


Neuanfänge sind meine Spezialität. In den letzten 10 Jahren habe ich es auf 8 Wohnungen in 6 Städten gebracht. Die Luftlinie betrachtet betrug die kürzeste Umzugsdistanz nur 1,814 Kilometer, die längste 9.300,186 Kilometer.

Umzüge in dieser Frequenz verschaffen einem eine gewisse Übung, sich an neuen Orten zu Recht zu finden. Nach einer Weile war es für mich ein Leichtes den nächstgelegenen Supermarkt, den schnellsten Weg zur Arbeit, den besten Park zum Joggen und das preiswerteste Kino zu identifizieren – nur die Nachbarschaft blieb oft ein weißer Fleck auf der Landkarte.
Denn waren die Eckpfeiler meines Lebens erst einmal festgelegt, ließ mein Erkundungsdrang in der Regel erheblich nach. Das hatte zur Folge, dass ich noch Jahre später auf die Fragen nach Straße xy in keine Richtung zu weisen wusste oder über „neue“ Restaurant und Läden in meiner Nachbarschaft stolperte, die dort schon 25 Jahre geschäftlich niedergelassen waren. Ups.

Kurz gesagt, ich kannte das grobe Raster, doch für die Details war ich oft blind. Weil es aber diese Details sind, die einen Wohnort zum Zuhause machen, will ich diesmal meine Augen länger offen halten – one mile a day.

Die Idee kam mir bei der Lektüre eines meiner Lieblingsblogs (A Beautiful Mess, für alle die es wissen möchten). Die hinreisende Autorin Emma hatte gerade eine Mile-a-Day-Challenge beendet, bei der sie von Thanksgiving bis New Years Eve täglich eine Meile Laufen ging (um den sportlichen Schweinehund mit kleinen Schritten zu überwinden).
Sport könnte ich auch mal wieder machen, dachte ich und da war sie – die Idee. Warum nicht für 30 Tage täglich eine Meile durch die Nachbarschaft joggen?

Die Regeln sind denkbar einfach: Jeden Morgen suche ich mir ein neues Ziel auf der Karte unserer Umgebung aus. Jeden Mittag laufe ich los. Unterwegs schieße ich ein Nachbarschaftsfoto-des-Tages. Irgendetwas das mir auffällt: eine große Wiese, markante Häuser, Läden um die Ecke…

Seit Montag bin ich „on the run“ und sehr entzückt über die ersten Entdeckungen. Das klosterähnliche Gebäude von Tag 4 etwa – ist die Rückseite von einer „kleinen Kirche“ auf unserem Weg in die Innenstadt. Unglaublich, dass mir das zuvor entgangen ist.

Und wie gut kennt ihr eure Nachbarschaft? Hattet ihr auch schon einmal eine überraschende Entdeckung?

Nadine

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