January 06, 2013

Waking up in a Kingdom




Mutig. Das war das Wort, das ich am häufigsten hörte, wenn ich im letzten Jahr von meinem Umzug nach England erzählte. Die Vorstellung, dass ich meine Arbeit, meine Wohnung und mein vertrautes Leben verlassen würde, um mit meinem englischen Freund zusammenzuziehen, brachte mir allseits anerkennendes Nicken ein. Gefolgt von dem Geständnis: „Ich könnte das nicht!“

Nun, hier kommt mein Geständnis: Ich verstehe das! Ich bin nämlich nicht so mutig, wie es den Anschein hat. Im Grunde meines Herzens bin ich furchtsam und voller Zweifel. Aber wenn dein Lieblingsfilm mit 7 Jahren „Arielle, die Meerjungfrau“ war, dann ist so ein Umzug nicht mutig sondern notwendig. Denn dann weißt Du, dass dein Herz nur ein Zuhause kennt und Ländergrenzen dabei keine Rolle spielen (sollten). Das heißt aber nicht, dass mir nicht mulmig zumute ist.

Als ich am 1.1.2013 aufwachte und die ersten Sonnenstrahlen über Sheffield (ziemliche rare Angelegenheit hier!) meine Nase kitzelten, fühlte es sich an, als wäre das der ultimative Neujahrstag. Mir wurde klar, dass sich zu meinen (wiederkehrenden) guten Vorsätzen in diesem Jahr ein paar echte Herausforderungen gesellten: Die Suche nach einem neuen Job, neuen Freunden, einem guten Kino, dem Lieblingsitaliener und die Antwort auf die Frage, was koch ich heute Abend? (Guckt nicht so! Ich muss schließlich wissen, was ich hier aus den lokalen Erzeugnissen machen kann. Oder wollt ihr mir die ganze Zeit Care-Pakete schicken?)

All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich im Moment an keinem Ort der Welt lieber sein möchte. Immerhin wache ich jetzt jeden Morgen in einem Königreich auf; ein Reich mit einer echten Queen, in dem Bier „Ale“ heißt und in dem Gummistiefel auch für Erwachsene Sinn machen. Es gibt hier so viel Neues zu entdecken!

Darum nehme ich die Herausforderung an: In den nächsten 51 Wochen werde ich mein mulmiges, furchtsames, zweifelndes Herz vorantreiben: Ich werde jede Woche ein neues englisches (britisches) Gericht kochen lernen. Ich werde jede Woche einen neuen Ort besuchen und dabei werde ich hoffentlich einen neuen Job, neue Freunde und ein gutes Kino finden. Und damit ich das nicht nur in meinem kleinen Kopf tue, sondern wirklich und wahrhaftig losziehe und diesen Ort zu meinem neuen Zuhause mache, werde ich meine Erlebnisse in den kommenden 51 Wochen für euch dokumentieren. Ehrlich. Ultimativer Vorsatz 2013!

Happy New Year
Nadine

No comments:

Post a Comment