February 07, 2013

Kelham Island Industrial Museum

Was steht auf euren Küchenmessern? Made in Sheffield vielleicht? Glückwunsch, denn das steht für erstklassige handwerkliche Qualitätsware. Das wissen Küchenchefs aus der ganzen Welt und seit meinem Besuch im Kelham Island Industrial Museum auch ich.

Das Museum, angesiedelt in einem der ältesten Industrieviertel der Stadt, erzählt die industrielle Entwicklung von Sheffield und damit eigentlich seine ganze Entstehungsgeschichte. Ein echtes Sheffield Essential also:
In 13 liebevoll gestalteten Werk- und Ausstellungsräumen bin ich folgenden Fragen auf die Spur gekommen, warum Sheffield und der Stahl? Was ist und macht ein Mester? Und wie laut ist wohl eine Dampf-Stahlpresse?

Das warum ist schnell geklärt: Vier sehr schnell fließende Flüsse (für die zunächst wasserbetriebenen Maschinen) und reichlich Rohmaterial im Umland machten den Ort zum idealen Arbeitsplatz für Stahlarbeiter. Schließlich wollte keiner das tonnenschwere Material lange durchs Land karren.

Dadurch wurden in Sheffield schon im 14. Jahrhundert die Messer gewetzt und 300 Jahre später gab es wahrscheinlich keine Gabel und kein Messer in ganz England, die nicht aus Sheffield kamen. Und so ein Schneidewerkzeug war echte Teamarbeit. Im Zuge der Industrialisierung wurde der gesamte Herstellungsprozess aufgespalten. Jeder Arbeiter oder Little Mester hatte eine andere Aufgabe: schmieden, schleifen, eventuelle Halterungen anbringen, polieren. Damit erlangte das Endprodukt nicht nur höchste Qualität, sondern war auch razzfazz hergestellt. In der Little Mesters‘ Lane im Museum kann man sich das sogar heute noch ab und zu angucken.
Razzfazz wurde sogar noch schneller als die Dampfmaschinen ins Spiel kamen, die heute natürlich der Elektrizität gewichen sind. Aber ein Ableger, die River Don Engine, eine Stahlpresse, die eine ganze Werkshalle des Museums für sich alleine beansprucht, macht immer noch ordentlich Dampf im Museum.

Die beste Antwort allerdings habe ich auf eine Frage bekommen, die ich eigentlich gar nicht gestellt habe: Woher das Crucible Theatre in Sheffield seinen Namen hat?

Crucible ist eine Stahlart. Einst der beste Stahl der Welt, wird er hergestellt unter der Verwendung des gleichnamigen Crucible (=Schmelztigel) und dieser Prozess wurde von einem Uhrenmacher in Sheffield erfunden. Es hatte einen enormen Einfluss auf die Stahlindustrie weltweit. Ein würdiger Name für Sheffields berühmtestes Theater, oder was meint ihr?

Falls Ihr mal in der Gegend seid und mehr über Sheffield und die Stahlindustrie wissen wollt, kommt unbedingt vorbei. Die Öffnungszeiten des Museums sind: Montag bis Donnerstag 10 – 16 Uhr,
Sonntag 11 – 16.45 Uhr, Freitag und Samstag geschlossen! Der Eintritt kostet für Erwachsene £4.50, ermäßigt £3.50 und Kinder unter 16 Jahren gehen frei. (Stand Februar 2013)

Geht ihr auch gern ins Museum? Was hat eure Stadt so zu erzählen?
Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß auf eurer Entdeckungsreise!

Eure Nadine

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